Klarvus
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· Max Schütz

Warum wir Klarvus in unserer eigenen Praxis entwickeln

Ein niedergelassener Onkologe und ein Entwickler bauen eine Praxissoftware — im laufenden Betrieb, mit allen Konsequenzen.

Die meisten Praxissoftware-Anbieter kennen den Praxisalltag aus Interviews. Wir kennen ihn aus dem Sprechzimmer: Der eine von uns ist niedergelassener Onkologe, der andere Entwickler — Vater und Sohn. Was wir bauen, läuft am nächsten Morgen in unserer eigenen Praxis.

Das klingt nach einer netten Gründungsgeschichte. Tatsächlich ist es vor allem eine harte Rückkopplung. Wenn eine Klassifikation danebenliegt, merkt das keine Metrik, sondern eine MFA, die sich durch dreißig falsch einsortierte Nachrichten arbeitet. Wenn ein Diktat-Ergebnis umständlich formuliert ist, wird es nicht in einem Ticket beschrieben, sondern beim Mittagessen erwähnt. Der Weg von „das nervt" zu „das ist behoben" ist bei uns keine Roadmap-Frage, sondern ein Nachmittag.

Diese Nähe hat den Zuschnitt des Produkts verändert. Wir haben früh aufgehört, an Funktionen zu arbeiten, die auf Messeständen gut aussehen. Was übrig blieb, sind die Aufgaben, die jeden Tag wiederkommen: eingehende Nachrichten sortieren, Gespräche dokumentieren, Arbeitszeiten erfassen. Nichts davon ist spektakulär. Zusammen sind es mehrere Stunden am Tag.

Sie hat auch bestimmt, wie wir mit Daten umgehen. Wer selbst der Verantwortliche im Sinne der DSGVO ist und selbst unter die Schweigepflicht fällt, baut keine Architektur, bei der Patientendaten irgendwo landen, wo man sie nicht mehr sieht. Deshalb gibt es Klarvus in drei Betriebsmodellen, und deshalb ist das striktere davon kein Aufpreis-Feature, sondern der Ausgangspunkt.

Was daraus folgt, ist ein bewusst langsamer Rollout. Wir nehmen wenige Praxen ins Pilotprogramm auf, richten jede persönlich ein und bauen weiter an dem, was im echten Betrieb fehlt. Wachstum kommt danach.

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