· Maximilian Schütz
Lokale KI in der Arztpraxis: was das wirklich heißt
Viele Anbieter werben mit lokaler Verarbeitung und meinen sehr Unterschiedliches. Vier Stufen, an denen Sie erkennen, wo Ihre Patientendaten tatsächlich landen.
„Läuft lokal" ist kein definierter Begriff. Anbieter benutzen ihn für vier verschiedene Architekturen, und nur eine davon bedeutet, dass Patientendaten das Haus nicht verlassen. Die Unterschiede sind für eine Praxis relevant, weil an ihnen die Prüfung nach DSGVO und § 203 StGB hängt.
Vier Stufen, die alle „lokal" genannt werden
Stufe 1: Die Oberfläche läuft im Browser der Praxis. Verarbeitet wird auf einem fremden Server. Das ist normale Cloud-Software. Der Begriff „lokal" bezieht sich hier nur auf die Bedienung.
Stufe 2: Die Daten liegen in Deutschland, das Sprachmodell steht woanders. Die Anwendung speichert in einem deutschen Rechenzentrum und reicht für jede KI-Anfrage Text an einen internationalen Modellanbieter weiter. Der Speicherort ist deutsch, der Verarbeitungsweg nicht. Diese Konstruktion erkennen Sie an der Liste der Unterauftragnehmer, nicht an der Startseite.
Stufe 3: Daten und Modell liegen in Deutschland, die Verarbeitung findet außerhalb der Praxis statt. Übertragen wird, was das Modell braucht. Ob dabei Namen mitgehen oder vorher entfernt werden, ist der eigentliche Unterschied innerhalb dieser Stufe. Wird nach der Verarbeitung nichts gespeichert, lässt sich das schriftlich zusichern.
Stufe 4: Das Modell läuft auf einem Server in der Praxis. Die Anfrage verlässt das Praxisnetz nicht. Für den Betrieb braucht es Hardware vor Ort, Backups und jemanden, der sie wartet.
Keine dieser Stufen ist per se die richtige. Eine Praxis mit eigenem Serverraum wählt anders als eine Gemeinschaftspraxis ohne IT-Personal.
Woran Sie die Stufe erkennen
Drei Auskünfte reichen. Die Liste der Unterauftragnehmer zeigt, wer die Modellanfragen tatsächlich beantwortet. Der Ausfalltest zeigt, wo das Modell steht: Läuft die KI-Funktion ohne Internetverbindung weiter, steht es im Haus, sonst außerhalb. An einem echten Dokument sehen Sie schließlich, welcher Text den Server verlässt.
Der Ausfalltest ist der belastbarste der drei, weil er sich nicht wegformulieren lässt.
Was das für den Praxisalltag kostet
Ein Server in der Praxis braucht Strom, Platz, ein Backup und eine Vertretung, wenn Hardware ausfällt. Modelle, die auf einem einzelnen Praxisserver laufen, sind kleiner als die größten Cloud-Modelle. Für das Sortieren von Post, für Diktate und für strukturierte Zusammenfassungen reicht das; wir betreiben es täglich in der eigenen Praxis. Bei offenen Recherchefragen merken Sie den Unterschied.
Deshalb gibt es Klarvus in drei Betriebsmodellen statt in einem. Im On-Premise-Modell laufen App und KI-Modell auf einem Server in Ihrer Praxis, Patientendaten verlassen die Praxis nie. Die beiden Modelle mit Cloud-Verarbeitung stehen im Detail auf der Seite Betriebsmodelle. Der Funktionsumfang ist in allen drei Modellen derselbe.
Sie entscheiden, welche Stufe Ihre Praxis tragen will. Wir richten das gewählte Modell persönlich ein.